Weisheitszahn OP – Meine Erfahrungen

Vor etwa drei Wochen bin ich alle meiner vier Weisheitszähne auf einmal losgeworden. Deswegen möchte ich heute mit euch meine Erfahrungen und Tipps teilen, falls ihr auch kurz vor dem gleichen Eingriff steht oder euch schon etwas länger davor drückt.

Vorab: Hier kann ich nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen. Aber es war halb so schlimm, wie ich es mir vorgestellt habe. Wenn ihr nur richtig auf euch aufpasst und die Anweisungen eures Kieferchirurgen befolgt, geht in den meisten Fällen auch nicht sehr viel schief.

Was ihr wissen müsst:

  • Ja, es wird wehtun. Aber höchstwahrscheinlich kriegt ihr starke Schmerztabletten, die ihr drei mal am Tag einnehmen müsst. Das heißt, wenn ihr überhaupt noch Schmerz verspürt, dann minimal.
  • Viel Blut kurz nach der OP ist normal. Unangenehm, aber trotzdem ganz normal. Das vergeht etwa eine- bis zwei Stunden nach dem Eingriff.
  • Kühlen, kühlen, kühlen! Je früher ihr kühlt, desto eher könnt ihr eine starke Schwellung vermeiden. Das heißt aber nicht, dass das Kühlen das Ausbleiben einer starken Schwellung garantiert.
  • Die ersten zwei- bis drei Tage werdet ihr hungern.
  • Eine Kieferklemme kann immer eintreten und ist ziemlich nervig. Wenn ihr eine Kieferklemme habt könnt ihr den Mund wenig bis gar nicht öffnen. Das kann auch noch vier Tage nach der OP anhalten.

Was ihr vorher besorgen solltet: 

  •  Babygläser, Apfelmus o.ä.. Kartoffelpüree ist auch eine Option, jedoch darf man in den meisten Fällen ein paar Tage nach der OP nichts heißes essen.
  • Eventuell Arnica Globuli- diese sollen gegen Entzündungen helfen.
  • Schmerztabletten. Diese bekommt ihr jedoch vom Arzt verschrieben, genauso wie Antibiotika
  • Etwas zum Kühlen. Am besten eignen sich Coolpacks.
  • Ein Netflix Abo und einen Handlanger (z.B. Freund/in oder Geschwister) – Faulenzen ist nach der OP erstmal ein paar Tage lang angesagt.

Warum  habe ich meine Weisheitszähne entfernen lassen?


Meine Zahnspange habe ich etwa zwei Wochen vor der OP raus bekommen. Wenn die Weisheitszähne wachsen und „durchbrechen“, wie das Austreten an die Oberfläche genannt wird, kann es sein, dass sie auf eure anderen Zähne drücken und diese verschieben. Das kann sogar passieren obwohl ihr einen festen Retainer an den Zähnen befestigt habt.

Damit das nicht passieren kann, und da ich sowieso einen engen Kiefer habe, wollte ich es auf gar keine Fall dazu kommen lassen, dass sich meine Zähne verschieben und wieder schief werden.

Außerdem ist bei mir einer der vier Zähne sehr schief durchgebrochen, wodurch ich mir beim normalen Zubeißen oder Kauen immer wieder von innen auf die Backe gebissen habe, was auf Dauer sehr schmerzhaft wurde.

Wie läuft die OP ab?

Zunächst kommt es darauf an ob ihr eine Lokalanästhesie oder Vollnarkose bekommt. Bei mir war es eine Lokalanästhesie, das heißt nur der Kiefer wurde betäubt und ich war bei vollem Bewusstsein.

Wenn jemand aber große Angst vor so einer OP hat und keinesfalls etwas davon mitbekommen will ist auch eine Vollnarkose, soweit ich weiß gegen Aufpreis, möglich.

Bei meinem ersten Termin den ich in einer kieferchirurgischen Praxis vereinbart hatte, brachte ich meine Röntgenbilder, die ich vorher von meine Kieferorthopäden ausgeliehen hatte mit. Wenn ihr keine aktuellen Röntgenbilder habt ist das nicht weiter schlimm, diese werden dann entweder beim Zahnarzt oder beim Kieferchirurgen angefertigt.

Dann hatte ich ein Beratungsgespräch mit der Ärztin, welche mit mir den Termin in der darauf folgenden Woche vereinbarte. Sie gab mir außerdem die Tipps vor der OP gut zu essen und während der OP Musik mit Kopfhörern zu hören.

Vor der OP aß ich also Eier mit Speck, was einerseits dafür sorgt, dass einem von den ganzen Betäubungsspritzen nicht schlecht wird, andererseits einfach den Magen füllt, da man nach der OP erstmal nichts essen kann.

Dort angekommen wurden mir erstmal Spritzen gegeben- und ehrlich gesagt waren diese von dem ganzen Eingriff das Schlimmste. Die Ärztin sticht damit in mehrere Stellen, geschätzt würde ich sagen 10-15, ein wodurch der ganze Mund betäubt ist.

Die OP verlief angenehm, vor allem durch die Musik die das laute Bohrgeräusch etwas übertönte. Nach etwa 30 Minuten war ich auch schon fertig und wurde entlassen.

Meine Wunden wurden zugenäht und in die Wunden am Unterkiefer wurde jeweils ein, in Schmerz- und Entzündugshemmende Salbe getränkter Gazestoffstreifen getan, der ziemlich unangenehm schmeckt und laut meiner Familie „nach Zahnarzt“ riecht.

Die Ärztin wollte mir dann noch zwei Wattetupfer in den Mund geben, die das Blut aufsaugen und etwas die Blutung stoppen. Jedoch musste ich dadurch würgen weswegen sie wieder entfernt wurden.

Der Genesungsprozess

Nach der OP fing ich sofort an zu kühlen, jedoch hatte ich vom zweiten bis zum fünften Tag nach der OP richtige Hamsterbacken, das heißt meine Schwellung war trotz ständigem und sofortigem Kühlen extrem- das kann bei euch aber auch ganz anders laufen.

Ich habe dann ein paar Tage Brei gegessen, vor allem Babybrei und Apfelmus und auf heiße Lebensmittel sowie Milchprodukte verzichtet. Milchprodukte sollen nämlich die Bildung eines Blutpfropfes, welcher in der Wunde entstehen muss damit sich neuer Knochen bilden kann, verhindern, was den Heilungsprozess extrem hinauszögern kann. Und ich denke der Verzicht auf Milchprodukte sollte für ein paar Tage nicht schwer fallen.

Von den Schmerzen her war bei mir alles in Ordnung, ich habe die Packung Ibu’s komplett genommen, also circa 6 Tage lang. Sofern euer Arzt nichts anderes sagt solltet ihr sowohl die ganze Packung Schmerztabletten als auch die ganze Packung der Antibiotika nehmen.

Mir wurden noch Tropfen verschrieben die ich bei extremen Schmerzen nehmen konnte. Drei mal am Tag nahm ich zusätzlich Arnica Globuli D6, habe aber nicht wirklich eine Wirkung bemerkt.

Nach einer Woche wurden bei mir dann die Fäden gezogen, da konnte ich auch wieder normal essen. Da meine Kieferhöhle, also eine Nasennebenhöhle bei der OP geöffnet wurde, mussten die Nähte im Oberkiefer noch eine weitere Woche drin gelassen werden.

Meine Heilung ist alles in allem sehr gut verlaufen, da ich mir viel Ruhe gegönnt habe und mich an alle Vorschriften des Arztes, die mir nach der OP auf einem Merkzettel mitgegeben wurden, gehalten habe. Jedoch hatte ich zwei Wochen nach dem Eingriff extreme Kieferschmerzen, was aber nach einer Woche wieder aufhörte. Falls ihr eine Spange für die Nacht habt, würde ich erstmal eine Woche darauf verzichten. In diesem Zeitraum können sich die Zähne nicht sehr viel verschieben und ihr gefährdet die Wundheilung nicht.

Ich hoffe meine Erfahrung hat euch weitergeholfen und etwas die Angst vor dem Eingriff genommen, denn so schlimm ist es wirklich nicht.

An alle denen die OP noch bevorsteht: Ich drücke euch die Daumen! 😉

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